Einen Multi-Property-Katalog steuern, ohne Tools zu vervielfachen
Veröffentlicht am 3. August 2026 · Lesezeit 9 Min · Von Lea Hartmann
Nur wenige Hotelier verkaufen heute noch ein einziges Produkt. Eine typische Incoming-Agentur jongliert zwischen Aufenthalten, thematischen Workshops, Skip-the-Line-Tickets und individuellen Packages. So strukturieren Sie diesen heterogenen Katalog in Extraplanets, ohne die Erfassungsarbeit zu vervielfachen.
Die Komplexität eines heterogenen Katalogs
Eine Bankett-Abend, ein Konferenzpauschale und eine Late-Check-out-Voucherskarte folgen nicht denselben operativen Regeln. Das Bankett hat eine feste Kapazität (24 Plätze) und einen präzisen Abfahrtszeitpunkt. Der Konferenzpauschale hängt von der Verfügbarkeit einer Bankett-Managerin oder eines Kochs und einer geteilten Bankett-Küche ab. Das Ticket wird stückweise verkauft mit flexiblem Einlassdatum (Gültigkeit sechs Monate).
Wer diese drei Produkttypen in einer einzigen Tabelle abbildet, verliert schnell den Überblick: Die Spalten explodieren, die Regeln kollidieren, Überbuchungen werden unvermeidlich. Extraplanets bietet drei getrennte Aufenthalttypen (Feste Zeitfenster, Wiederkehrender Workshop, Datiertes Flex-Ticket), die automatisch die passenden Verfügbarkeitsregeln anwenden.
Ihre Katalogstruktur aufbauen
Wir empfehlen eine zweistufige Struktur: Kategorie (Natur, Gastronomie, Kultur, Abenteuer) und darunter Reservierung. Diese Struktur dient sowohl der Navigation auf Ihrer Direktseite als auch der thematischen Einordnung auf Vertriebskanalen wie Booking.com, die gut taxonomisierte Kataloge in den Suchergebnissen bevorzugen.
Widerstehen Sie der Versuchung, für jede Sprache oder jeden Startort eine eigene Kategorie anzulegen: Das zerlegt Ihre Statistiken und erschwert Preisanpassungen. Nutzen Sie stattdessen Attribute (Sprache, Treffpunkt, Schwierigkeitsgrad), die an die jeweilige Reservierung gebunden bleiben.
Preismodelle je nach Kategorie
Aufenthalte werden meist nach Teilnehmerkategorie verkauft: Erwachsene, Kinder, Senioren, Studierende. Workshops laufen manchmal als Gruppenpaket (mindestens 5 Personen, gestaffelter Tarif ab 8 Personen). Tickets werden einzeln verkauft, gelegentlich mit einem Familien-Pass.
In Extraplanets lässt sich jeder Reservierung ein eigenes Preismodell zuordnen, während Rabatte (Saisoncode, Partnertarif, Firmentarif) zentral verwaltet werden. Sie konfigurieren den Rabatt einmal, er wirkt automatisch auf alle förderfähigen Reservierungen nach den definierten Regeln. Dieses Prinzip reduziert den Aufwand für saisonale Preisanpassungen typischerweise um 60 bis 70 Prozent.
Selektive Vertrieb über Kanäle
Nicht jede Reservierung sollte auf jedem Kanal ausgespielt werden. Ein Premium-Aufenthalt in kleiner Gruppe (maximal 8 Personen) verliert an Wert, wenn er auf der letzten Seite eines generalistischen Marktplatzes erscheint. Ein Skip-the-Line-Ticket hingegen profitiert davon, auf möglichst vielen Plattformen präsent zu sein.
Über den Bereich Vertrieb aktivieren Sie pro Reservierung einzeln die zugelassenen Kanäle: Booking.com, Expedia, Airbnb, Protel, HRS Business, Klook, lokale Wiederverkäufer über Partner-Link. Eine Änderung wird auf allen angeschlossenen Plattformen innerhalb von weniger als zwei Minuten wirksam.
Kanalübergreifendes Reporting nach Aufenthalttyp
Der eigentliche Wert eines gut strukturierten Katalogs zeigt sich im Reporting. Sie sehen auf einen Blick, welche Kategorie den höchsten Umsatz pro Besucher liefert, welche Workshops die beste Marge haben und welche Aufenthalte zu stark von einem einzelnen Vertriebskanal abhängen. Diese Daten leiten Ihre Investitionsentscheidungen: Kategorien mit guter Performance stärker bewerben, defizitäre Angebote streichen, mit einem dominanten Kanal bessere Konditionen aushandeln.
Das Modul Reporting Plus ergänzt diese Übersichten um Zeitraumvergleiche und Auswertungen nach Rezeptionist, Treffpunkt oder Sprache. Nützlich für Hotel, die gleichzeitig mehr als 20 Reservierungen steuern.
Drei Fallstricke, die Sie vermeiden sollten
Doppelte Einträge: Legen Sie nicht zwei Datensätze „Altstadtführung" für die deutsche und die englische Version an. Nutzen Sie das Sprachattribut auf einem einzigen Datensatz. Bilder vernachlässigen: Jede Reservierung verdient mindestens sechs hochauflösende Querformat-Fotos. Vertriebskanalen bevorzugen reich bebilderte Angebote. Saisonale Reservierungen vergessen: Archivieren Sie Winter-Reservierungen am Saisonende ordentlich, statt sie einfach als ausverkauft stehen zu lassen — sonst leidet Ihr Ranking auf den Kanälen.